Gepostet am 24. März 2020

Die Notwendigkeit eines Risikomanagements bei ERP-Implementierungen (1/3)

Die Notwendigkeit eines Risikomanagements bei ERP-Implementierungen

 

In Zeiten der Globalisierung und Industrie 4.0 stehen mittelständische Unternehmen in Deutschland unter hohem Kostendruck. Der wirtschaftliche Zwang zu immer mehr Effizienz im Unternehmen führte bereits vor Jahren zur Einführung von ERP-Systemen in deutschen Betrieben aller Unternehmensgrößen.

 

Systeme, die einst nur Großunternehmen nutzten, wurden so zu einem Faktor, der aus der Unternehmenslandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Sie unterstützen den Betrieb wettbewerbsfähig und effizient zu bleiben. Wurden früher noch teils dutzende Softwarelösungen als Systeminseln verwendet, um die Mitarbeiter bei ihrem Tagesgeschäft zu unterstützen, kann dies heute eine einzige Softwarelösung realisieren.

 

Dabei haben ERP-Lösungen in so gut wie allen Unternehmensbereichen Einzug erhalten und sich dort auch bewährt. Kommt es nun zu einer ERP-Softwareeinführung oder ERP-Erneuerung (z. B. Updates), stehen Betriebe vor einem umfassenden und komplexen Projekt. Eine ERP-Software einzuführen, die jeden Unternehmensbereich berührt, bedeutet eben auch ein Projekt zu starten, welches das vollständige Unternehmen betrifft. Warum also ein Risikomanagement?

 

Veranschaulichung_Aufbau_ERP_System

Abb. 1: Aufbau eines ERP Systems

Wie wir wissen, macht der modulare Aufbau, die enorme Komplexität und die hohe Integrationsreichweite dieser Software, solch eine ERP-Implementierung zu einer äußerst risikobehafteten Unternehmung. Die Risiken sind dabei sehr vielschichtig und können sich von einfachen Programmfehlern, über Personalausfälle bis hin zu existenzbedrohenden Produktionsausfällen erstrecken.

Viele Anspruchsgruppen, die hohe Integrationsreichweite der Software und fehlende Erfahrungswerte schaffen ein Projekt, dass sehr viele Unwägbarkeiten in seinem Verlauf mit sich bringen kann.

 

 

 

 

Und wie bereits erwähnt, sind Projekte von Natur aus stets mit Risiken behaftet. Dies liegt an ihren Kerneigenschaften, wie der Einmaligkeit eines Projektes und die einhergehende Dynamik, welche oft zu großen Veränderungen führen und damit in der Regel zu Abweichungen vom Zielzustand (vgl. Abb. 2).

 

Graphische Veranschaulichung

Abb. 2: Graphische Darstellung der Zielabweichungen im Projektverlauf

Das Risikomanagement sollte sich dabei nicht darauf beschränken, alle Risiken von vornherein zu vermeiden – dies ist auch nicht möglich. Es ist vielmehr der Prozess, Risiken zu ermitteln, diese anschließend zu beurteilen, um dann festzulegen, ob es nötig oder eventuell sogar lohnend ist, gewisse Risiken und Wagnisse einzugehen.

Denn, Risiken bergen durchaus auch positives Potential. Risikomanagement muss auch an diesem Punkt ansetzen und in der Lage sein, durch das Ausschöpfen von Chancen einen Mehrwert zu generieren.

Die Bewertung und Identifikation von Risiken, das Durchführen und Planen risikopolitischer Handlungen sowie das Controlling von Risiken bilden die zentralen Inhalte eines Projektrisikomanagements.

 

Die Kernaufgabe besteht darin, kleinste Zielabweichungen in den individuell festzulegenden Bereichen, wie etwa der Softwareauswahl, Einführungskosten, Projektterminen sowie Projektträgern auf allen Ebenen zu beobachten.

Wie Sie das richtig Umsetzten können sowie „Die grundlegende Gestaltung eines Risikomanagements bei einer ERP-Einführung“ werden wir im nächsten Teil behandeln.